Panoramablick über den Mangersquare

Partner + Projekte in Bethlehem

in Bethlehem pflegen wir Kontakte zu einigen Partnern, unterstützen aber auch Partnerschaften zum Beispiel von Schulen. Mit diesen Verbindungen pflegen und fördern wir die Begegnung von Menschen in Bethlehem sowie zwischn Köln und Bethlehem.

Ma'an lil Hayat

Ma'an lil Hayat

Diese Werkstatt für geistig behinderte Menschen ab 16 Jahre liegt am Südhang unterhalb der Geburtskirche mit einem großartigen Blick über Bethlehem bis hin zum Herodion. In einem schönen Altbau werden die Behinderten mit Filzabeiten in verschiedenen Gruppen beschäftigt. Dabei entstehen Figuren und Krippen-Höhlen, Schafe und Hirten aus Schafwolle, die von den Schafzüchtern aus der Umgebung gekauft wird. Die Betreuten werden morgens von dem eigenen Bus zu Hause abgeholt - der Kontakt mit der Familie ist ein wichtiger Bestandteil der Betreuung - und nach einer morgentlichen Gesprächsrunde werden die Gruppen verteilt und zu jeweils fünf bis acht wird dann mit Spaß und Energie die Wolle gefilzt: Die eine Gruppe walkt sie zu Höhlen, die andere zu Kugeln für die Schafe. In Fomen gesteckte Wolle wird in der dritten Gruppe zu Friedenstauben gewalkt, die in der nächsten Gruppe mit grünem Blatt und Aufhänger bestückt werden. So wird zusammen gearbeitet, gegessen und wir haben erleben können, daß das alles mit sehr viel Freude miteinander geschieht.
Diese Werkstatt hat zugleich eine wichtige Funktion in der Gesellschaft, wo die geistig behinderten Familienmitglieder - egal welchen Alters - zu Hause bleiben und betreut werden müssen. So ist es für die Familie eine große Entlastung, tagsüber durch die Werkstatt-Betreuung neue Freiräume erleben zu dürfen. Das tut der Familie gut und die Betroffenen finden eine ansprechende Beschäftigung, sie fühlen sich der Gesellschaft zugehörig.
So unterstützen wir dieses Projekt gerne, besonders durch den Verkauf der Produkte dieser Werkstatt, z.B. auf dem Weihnachtsmarkt und zu weiteren Gelegenheiten.

Ghirass Cultural Center

Ghirass Cultural Center

Die Idee des Ghirass Cultural Center (GCC) entstand 1990 durch zwei Frauen: Ibtisam Ilzghayyer vom Bethlehem Arab Society for Rehabilitation’s (BASR) und der norwegischen Sozialarbeiterin Ingunn Tjore. Beide erlebten zusammen an der Basis, also auf der Straße, welche Notwendigkeit für die Kinder bestand, einen sicheren Ort zu schaffen. Und so nannten sie das Zentrum „Ghirass“, was „Setzling“, „junge Pflanze“ bedeutet.
Ein Grund zur Gründung war die sich verschlimmernde politische Situation unter israelischer Besatzung. Ausgangssperren, Schließung der Schulen, täglich zahlreiche Verhaftungen, Demütigungen und Tötungen haben die Kinder negativ beeinflusst. Sie spielten in vermüllten Straßen mit gefährlichen Objekten, die sich zu möglichen Konfrontationen mit Soldaten nutzen ließen und somit wiederum zu lebensbedrohlichen Situationen führten.
Der zweite Grund war ein Ausgleich zum palästinensischen Lehrplan mit seinem Schwerpunkt auf der akademischen Ausbildung. Es bestand also ein großer Bedarf, die schulische Bildung mit kreativen Angeboten zu ergänzen, um den körperlichen, künstlerischen und sozialen Fähigkeiten der Kinder gerecht zu werden und sie zu fördern und zu fordern.
Das Kursangebot umfasst Musik, Volkstanz, Theater, Fremdsprachen, Computertraining, Leseförderung sowie spezielle Unterstützung für Kinder mit Lernschwierigkeiten. Die Einrichtung steht allen Kindern mit oder ohne Behinderungen offen.

Auf unseren Reisen haben wir dieses lebendige Zentrum immer wieder besucht. Und immer wieder haben uns die Jungen und Mädchen großartige Tanzaufführungen geboten. Wir waren beeindruckt von der Ruhe, Freude und Begeisterung, die die Kinder und Jugendlichen dabei ausstrahlten. Die Tanzgruppe war bereits in England, Frankreich und Norwegen. Gerne würde sie auch nach Köln kommen. Ob wir das in die Tat umsetzen können?

Guidance and Training Center for the Child and Family

wurde 1994 in Bethlehem gegründet. Seither spielt es eine wichtige Rolle in der palästinensischen Gesellschaft mit dem Angebot, sich um die geistig-seelische Gesundheit der Kinder und ihrer Familien zu kümmern und ihnen spezielle pädagogische und therapeutische Hilfen anzubieten. Die schrecklichen Bedingungen, mit denen die Menschen unter der Besatzung leben, haben bei vielen Menschen schwere psychische Schäden und Traumatisierungen zur Folge. Dazu werden die Betroffenen von ihrer Umwelt schnell stigmatisiert. Deshalb kombinieren die Mitarbeiter des GTC ihre Arbeit mit einer Aufklärungskampagne.
Das Schwergewicht des Zentrums liegt auf der Prävention. Das bedeutet, dass GTC eng mit Schulen und Universitäten, staatlichen und privaten Institutionen zusammenarbeitet. In Beratung und Therapie werden Frauen, Kinder, Einzelne und Familien in differenzierten Gruppe behandelt. Der Anfang war nicht einfach, weil hier ein Bereich angesprochen wurde, der in der palästinensischen Gesellschaft lange Zeit ein Tabu war. Mittlerweile kommen Patienten und Patientinnen aus ganz Palästina hierhin. Das Zentrum bietet u.a. folgende Kurse an:

  • individuelle Therapie
  • Familientherapie
  • Familien- und Paartherapie
  • Behandlung von Lernstörungen
  • Unterstützung und Supervision für spezielle Gruppen
  • Vorbereitung von Studenten und Studentinnen auf Studium und Beruf

Wir haben dieses Zentrum – zusammen mit der Stadt Köln - schon in den Anfängen unserer Vereinsgründung unterstützt und auf unseren Reisen immer wieder besucht. Jedes Mal haben sich die Mitglieder dieses Zentrums für uns Zeit genommen und die Mitreisenden ausführlich über die Arbeit und die Entwicklung der Einrichtung informiert. Die heutige Bürgermeisterin von Bethlehem, Ms. Vera Baboun, ist nach langer Zeit als Präsidentin des GTC heute immer noch Mitglied im Vorstand des Vereins.

Mehwar

Das Frauenhaus Mehwar

in Beit Sahour, benachbart zu Bethlehem, erfüllt eine einzigartige Aufgabe im Nahen Osten:
"MEHWAR" heißt soviel wie HERZ oder KERN - in geschützter Athmosphäre können die Frauen hier - auch mit ihren Kindern - vor häuslicher und sexueller Gewalt entfliehen, ihre Wurzeln langsam wieder ausstrecken und neue Bodenhaftung gewinnen. Ihr Leben kann hier als zartes Pflänzchen behütet wieder aufkeimen.

Wir durften bei einem Besuch erfahren, daß diese Einrichtung (leider) einzigartig ist in dieser Gegend, wobei 'Gegend' sehr großräumig zu verstehen ist. Frauen erleben gesellschaftlich geduldete Gewalt, meistens durch ihre Ehemänner und dies unter den Augen ihrer familiären Verwandschaft, die oft mit Mißachtung gegenüber der Frau reagieren, die als "ungehorsam" und "rufschädigend" abgestempelt werden. So um jeden Rückhalt gebracht, selbst bei der eigenen Mutter oder Schwester, gibt es hier im Mehwar erstmals wieder die Möglichkeit, die Angst abzulegen, Hilfe zu erfahren und das Leben neu zu gestalten.

Hier stehen psychologische uns soziale Beratung bereit, hier erfahren Sie, daß sie nicht alleine sind, daß ihr Leid geteilt wird. Allein der Anblick von Männern löst noch Ängste aus, daher sind Männer hier nicht zugelassen. Um so mehr Hochachtung gab es, als unsere Gruppe auch mit Männern dem Erfahrungsbericht lauschen durfte, der von M. nur durch einfühlsame Befragung durch die Leiterin zu entlocken war.