Panoramablick über den Mangersquare
Welcome to Bethlehem

Seit mindestens fünftausend Jahren besiedelt, laut Überlieferung die Geburtsstadt von Jesus Christus: Bethlehem ist historisch und religionsgeschichtlich außerordentlich bedeutsam. Gleichzeitig ist die Stadt das Zuhause und die Heimat zehntausender Palästinenser, deren Vorfahren sich teilweise bereits vor Jahrhunderten in der Stadt ansiedelten.  

Hier stellen wir Ihnen dar, dass ein Besuch in Bethlehem lohnt, welche unsere Partnerorganisationen dort sind und welche Projekte vom Verein gefördert wurden.

Municipality

Zur Geschichte von Bethlehem

Bethlehem wird bereits in den hebräischen Schriften (also rund 1000 vor Christus) erwähnt. Doch über einen langen Zeitraum blieb Bethlehem eine kleine, unbedeutende Stadt. Das änderte sich zunächst auch nicht durch die Geburt Jesu.

Erst als die Mutter des ersten christlichen Kaisers Konstantin anregte, eine Kirche zu bauen, gewann die Stadt an Bedeutung. Die Kirche wurde 339 feierlich eingeweiht. Nach ihrer Zerstörung im Samariteraufstand im Jahr 529 ließ Kaiser Justinian die Basilika neu aufbauen, womit sie ihre heutige Form erhielt. Seit 1717 zeigt ein vierzehnzackiger Stern in der „Geburtsgrotte” die Geburtsstelle Jesu an.

Wir kennen den Namen Bethlehem aus der Bibel. Die Palästinenser nennen ihre Stadt Beit Lachem, im Hebräischen heißt es Beth Lechem. Beth/Beit bedeutet "Haus". Das arabische Wort "Lachem" bedeutet "Fleisch"; Hebräisch "Lechem" bedeutet "Brot". Bethlehem bedeutet also "Haus des Brotes" bzw. "Haus des Fleisches". Der Name wird als Hinweis auf die Fruchtbarkeit des Bodens in der Gegend verstanden.

Bethlehem liegt 750 m über dem Meeresspiegel. Es grenzt an die fruchtbaren Gebiete von Beit Jala im Westen und Beit Sahour im Osten. Weiter im Osten breitet sich die Judäische Wüste aus bis hinunter an das tote Meer auf 400 m unter dem Meeresspiegel.

Zur heutigen Situation

In Bethlehem leben gegenwärtig rund 30 000 Menschen. Gut zwei Drittel der Bevölkerung sind Muslime; Nur 30 Prozent sind Christen. Die Bürgermeisterin ist seit 2012 Vera Baboun. Sie ist eine Christin, wie es die Stadt seit Jahrhunderten für das Amt vorschreibt.  Die Situation heute in Bethlehem kann man sich hier bei uns schwer vorstellen, vielleicht kann Ihnen dieses Bild einen Eindruck vermitteln:

  Stellen Sie sich vor, ihr schönes kleines Haus mit dem sonnigen Vorgarten zur Südseite wurde mit einer Mauer direkt vor ihrer Hecke und dem Gartentor versperrt. Vor ihrem Eingang ist in der Mauer ein schweres Stahltor, aber zu ihrer Seite gibt es dafür keine Türklinke – es ist immer zu.
   Sie selber müssen ebenso wie ihre Nachbarn, der Briefträger, die Schulkinder, ihr Besuch und der Arzt den ganzen Straßenblock umrunden, um über den Hinterhof des dortigen Nachbarn auf die Rückseite ihres Hauses zu gelangen. Das wird jetzt zu ihrem Hauptzugang, ihr alltäglicher Weg. Auch hier ein Tor in der Mauer, dieser Zugang ist Tag und Nacht bewacht. Recht bald, allzu schnell, gewöhnen sich alle diesen Weg an, die Rückseite des Hauses wird zur Schauseite und ihr Vorgarten und die Gartenhecke im Schatten der Mauer findet keine Beachtung mehr. Das verwahrloste Auto dort zwischen der Mauer und der Garage ist gefangen, bis Sie es vielleicht mal mit Hilfe der Nachbarn in Einzelteilen durch ihr Haus, den Hof und das Nachbarhaus hinten heraustragen können – wenn man Sie lässt.
   Sie leben jetzt dichter mit ihren Nachbarn zusammen, der gemeinsame Hinterhof ist der Garten und Spielplatz für alle, hier ist man nicht allein. Können Sie sich das vorstellen, so in diesem Ghetto ihr Leben zu gestalten?

Oslo II - Abkommen
Offiziell steht Bethlehem seit dem Oslo II - Abkommen 1995 unter palästinensischer Verwaltung. Dennoch hat Israel nach wie vor bei allen entscheidenden Fragen das Sagen. Die Menschen sind deshalb in ihrem Alltag mit starken Beeinträchtigungen konfrontiert. Mit "Oslo II" verbundene Hoffnungen auf Erleichterungen sind ausgeblieben. Im Gegenteil: Für viele hat sich die Situation weiter verschlechtert. Die meisten Bethlehemer können nicht nach Jerusalem reisen, obwohl die Stadt nur wenige Kilometer entfernt ist und per Luftlinie zum Greifen nahe ist.
Die zweite Intifada
Ende 2000 begann nach einem provozierenden Besuch des rechtsgerichteten späteren Ministerpräsidenten Ariel Scharon auf dem Tempelberg in Jerusalem die '"zweite Intifada", der zweite Aufstand der Palästinenser gegen die Besatzung. Wie im gesamten Westjordanland und in Gaza kam es auch in Bethlehem zu schweren Kämpfen. Die israelische Armee rückte mit Panzern und Kampfhubschraubern in die Stadt ein. Die Folge: Zahlreiche Tote, Verletzte, massive Zerstörungen an Wohngebäuden und an historischen Monumenten sowie wirtschaftliche Probleme.
Sperranlagen
Dazu kam ab dem Jahr 2006 der Bau der Mauer, die Bethlehem mittlerweile von drei Seiten einschließt, sowie das Verbot für einen Großteil der Bewohner der Westbank, nach Jerusalem zu reisen. Ihr kulturelles und spirituelles Zentrum ist damit für die Bewohner von Bethlehem wie für die meisten Palästinenser praktisch unerreichbar geworden.

Auch wenn es seit 2010 in Bethlehem wieder langsam aufwärts geht und Wirtschaft und Tourismus wachsen, die Spannungen in der von einer Besatzungsarmee eingeschlossenen Stadt halten an.
Bethlehem braucht weiterhin unsere Solidarität und Unterstützung. Der Domstein von Köln auf dem Madbasseh-Platz ist ein sichtbares Zeichen dafür.

Weiterführende Literatur zu Bethlehem

  • Mitri Raheb, Fred Strickert: Bethlehem 2000 - eine Stadt zwischen den Zeiten. Heidelberg 1998 (Palmyra)
  • Mitri Raheb: Bethlehem hinter Mauern - Geschichte der Hoffnung aus einer belagerten Stadt. Gütersloh 2005 (Gütersloher Verlagshaus)
  • Länder-Informations-Portal  https://www.liportal.de/palaestinensische-gebiete/ueberblick/

Siehe auch unter "Literatur und Medien" (noch im Aufbau)

Wo liegt Bethlehem ? - Hier: